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Familie & Leben

Ein Haus für die Dorfgemeinschaft

Nach einem Jahr ist der Umbau der alten Dorfschule abgeschlossen

Fotos: Klumpp und Schittenhelm Architekten

29.10.2021

Wo vor vielen Jahren noch Kinder büffelten und spielten, dort wird in Zukunft die Dorfgemeinschaft Großbottwars walten: Die ehemalige Dorfschule aus dem Jahr 1955 dient nach ihrem einjährigen Umbau den Vereinen der Kommune. „Ein Jahr Bauzeit für eine derart intensive Maßnahme finden wir normal“, so Architekt Eckard Schittenhelm. Im Großen und Ganzen sei alles nach Plan verlaufen, nur bei der Lieferung der Fichtenholz-Paneele für Decken und Innenwände habe es Verzögerungen durch die Pandemie gegeben.

KLUMPP und SCHITTENHELM Architekten

Das Ziel, möglichst wenig in die Substanz des Gebäudes einzugreifen, ist gelungen: Das alte Schulhaus ist klar wiederzuerkennen. Schon bei der Vorstellung im Gemeinderat im vergangenen Jahr versicherte Schittenhelm: „Es bleibt original – nur schöner.“

Roland Neuhäuser

WAS IST PASSIERT IN DER DORFSCHULE?

Das Kunstwerk von Peter Jakob Schober – „Die Gänseliesel“ – wurde von einem Restaurator in Szene gesetzt. Nun erstrahlt das Werk in neuem Glanz.

IGS Geoconsult GmbH

Im ganzen Gebäude wurden schlichte Farbakzente in beige gesetzt. Diese lassen die Räume hell und freundlich, aber gleichzeitig modern und frisch erscheinen. Die Holzpaneele an Wänden und Decken tragen ebenfalls dazu bei.

Auch an den Fensterfronten hat sich etwas getan: Dort wurden Farbfelder aufgemalt, die Fensterläden symbolisieren.

Und was ist mit der Glocke, deren Läuten sonst in ganz Großbottwar zu hören war? Diese wurde im Dach eingehaust. Das bedeutet, dass sie zwar weiterhin im Dorf zu hören, aber im Dorfgemeinschaftshaus durch die Schalldämpfung leiser zu vernehmen ist.  

Die größte Veränderung beim Umbau gab es wohl im Untergeschoss. Die sanitären Anlagen sind nun von innen zugänglich. Ebenso wurde eine zweite Umkleide eingebaut. Im Obergeschoss jedoch ist das Parkett im gesamten Saal erhalten geblieben. Ein Durchbruch sorgt dafür, dass Saal und Küche nun miteinander verbunden sind. Allerdings mussten die bewährten Einbauschränke im Obergeschoss weichen.

„Das tut weh“, sagte Architekt Eckard Schittenhelm in der Gemeinderatssitzung im Januar 2020. Aber: Anstelle der Einbauschränke gibt es nun eine Lüftung.

Rund zwei Millionen Euro hat der Umbau der alten Dorfschule gekostet. Eine halbe Millionen Euro übernimmt das Land über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum.

Architekt Eckard Schittenhelm sagt: „Die größte Herausforderung bei dieser Umbaumaßnahme war, die Kosten trotz der eigenen gestalterischen Anforderungen sowie der technischen Anforderungen des Bauherrn und der mitplanenden Fachingenieure einzuhalten.“ Er fügt hinzu: „Wir gehen davon aus, dass wir diese Herausforderung erfüllen konnten.“ red