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Fachgeschäfte

Die Geschichte einer „Stahl-Dynastie“

Über acht Generationen entwickelt sich die Familie in 195 Jahren vom Schmied zum heutigen Spezialisten für Stahl- und Metallbau

Die Roger Mauser Stahl- und Metallbau GmbH entwickelt sich seit 195 Jahren stets weiter. Foto: Werner Kuhnle

20.12.2021

Die Familie Mauser kann auf etwas zurückblicken, was nicht vielen Handwerkerfamilien vergönnt ist: Über acht Generationen hinweg entwickelt sich die Familie vom Schmied zum heutigen Spezialisten für Stahl- und Metallbau.

Schon 1826 gründete Georg Achim Mauser seine Schmiede in Obergruppenbach nahe Heilbronn. Damals wie heute hat sich der Name Mauser durch Dynamik und Veränderungsbereitschaft ausgezeichnet. Denn schon die zweite Generation zog es nach Burgstall als neue Heimat der kommenden zwei Generationen. Später wurde dann Poppenweiler die Heimat der kommenden vier Nachfahren.

Roger Mauser Stahl- und Metallbau GmbH

Roger Mauser trat im Jahr 1987 als siebte Generation ungeplant früh in die Fußstapfen seines Vaters. Durch den viel zu frühen Tod des Vaters musste er seine gerade begonnene Meisterschule abbrechen. Diese hat er später – wie all die vielen anderen Fortbildungen – kräftezehrend neben dem Beruf abgeschlossen. Von den damals vier Mitarbeitern hat sich das Unternehmen zu heute 33 Mitarbeitern rasant entwickelt.

Zur Jahrtausendwende wurden die Räumlichkeiten in Poppenweiler – wieder einmal – zu eng. 1800 Quadratmeter eines bestehenden Gebäudes in Affalterbach bieten nach deren Umbau fortan den damals schon 20 Mitarbeitern neue Entfaltungs- und Wachstumsmöglichkeiten. Schon 2014 wurde das Gebäude um weitere 400 Quadratmeter durch den Kauf des Nachbargebäudes erweitert.

GESPÜR UND INSTINKT

Roger Mauser hat nicht nur ein gutes Gespür für Metall, sondern einen Instinkt für die weitere Entwicklung vom Handwerksbetrieb zum mittelständischen Unternehmen. Mehr noch, Roger Mauser prägt das Geschäft und entwickelt es konsequent voran. Neben der traditionellen Schlosserei und dem Stahlbau erweitert er das Angebotsspektrum auf Bauelemente.

Das goutieren die Kunden. Immer größere Projekte werden umgesetzt. Große Supermarktketten geben sich für die Planung neuer Filialen in Affalterbach sprichwörtlich die Türklinke in die Hand. Denn auch Türen in all ihren Facetten gehörten zum Portfolio der pfiffigen Metallwerker. Für große Teile des süddeutschen Raums ist Mauser die Werksniederlassung für Teckentrup, einem der größten Metalltürenhersteller. Doch was eingebaut wird, muss auch gewartet werden. Und so war es für Roger Mauser selbstverständlich, die Türen zu warten und deren reibungslosen Betrieb für die Kunden im harten täglichen Einsatz sicherzustellen.

Es war auch keine Frage, dass Sohn René als nun achte Generation Mauser im elterlichen Betrieb das Handwerk von der Pike auf erlernt und mit einsteigt. Schon als Kind und Jugendlicher war er viel im elterlichen Betrieb. Denn schon damals lockte das breite Ausbildungsspektrum mit der Automatisierung von Türen, das der Sohn sonst in keinem anderen Ausbildungsbetrieb vorgefunden hätte.

Heute nennt sich sein Berufsbild übrigens nicht mehr nur einfach Schmied oder Schlosser, sondern Metallbauer in Fachrichtung Konstruktionstechnik. Die geänderte Berufsbezeichnung steht für die gewachsene Komplexität der Zeit: Heute fordern die Kunden ganzheitliche Konstruktionslösungen und Gewerke. Und nicht selten haben die Projekte siebenstellige Auftragssummen.

Fast wäre es Sohn René ergangen wie einst seinem Vater. Roger Mauser erkrankte 2016 schwer und hatte gesundheitlich drei harte Jahre der Genesung. Weise zieht er sich seither zunehmend aus dem operativen Geschäft zurück und genießt mehr Zeit mit Enkelkindern und in seiner Lieblingsregion Allgäu. Doch nach wie vor unterstützt er mit seinem untrüglichen Gespür und seinen wertvollen Kontakten, wo immer er kann und wo es gefordert ist.

Nicht immer verlief die Übergangsphase zwischen Vater und Sohn ganz ohne Reibungen. Zu unterschiedlich sind die Talente und Charaktere beider. Während Roger Mauser durch und durch geschäftstüchtiger Handwerker mit Instinkt für neue Geschäftsfelder ist und bleibt, so ist auch sein Sohn René mit komplementären Talenten gesegnet, doch eben ganz anders: Er ist der stille, überlegte Stratege, schafft Strukturen und trimmt den gewachsenen mittelständischen Betrieb mit viel Fingerspitzengefühl, doch entschlossen, in Richtung Digitalisierung.

MIT DER ZEIT GEHEN

Ob Konstruktion am Bildschirm, modernste Technik im Büro oder Drohnen zur Qualitätsüberprüfung aus der Luft und zur Dokumentation: René geht nicht nur mit der Zeit, sondern will gestalten und beschreitet neue Wege. Konflikte löst er still und effektiv. „Während ich schon mitten drin bin und anpacke, schaut sich René das Große und Ganze an und kommt dann mit durchdachten Lösungen daher“, attestiert Vater Roger dem Sohn ein Führungszeugnis vom Feinsten. „Doch bis wir das erkannt haben, gab es manche Reiberei zwischen uns“, blickt er schmunzelnd auf die gemeinsame Zeit zurück. Es scheint gerade diese Kraft zu sein, aus Problemen Lösungen zu schaffen und Konflikte als Chance für eine bessere Version des Heute und zum Wohl des Unternehmens zu sehen und damit voranzubringen.

Neben Sohn René packt die ganze Familie mit an. Mutter Martina ist der Kopf der Buchhaltung im Unternehmen, Schwiegertochter Sonja hält die die operativen kaufmännischen Prozesse in Schwung und Tochter Nadine – und Schwester von René – ist zwar nicht ganz so aktiv im Betrieb, programmiert dennoch die CNC-gesteuerten Anlagen nach Bedarf und steht immer mit Rat und Tat bereit. Selbst die beiden Enkel Liana und Mia sind schon des Öfteren mit im Büro. Wenn sie einen Besucher mögen, malen sie ihm ein Bild mit vielen konstruktiven Elementen. Und so dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die neunte Generation mit neuen Ideen und voller Tatendrang der Geschichte der Familiendynastie Mauser ein neues, erfolgreiches Kapitel hinzufügt. Ingo Nicolay