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Immobilie

Als Bauherr nicht in Vorleistung gehen

Zahlungspläne für den Neubau sind gesetzlich geregelt

Für die Zahlungspläne zum Hausbau gibt es klare gesetzliche Regeln. Doch Vorsicht: Nicht alle Unternehmen halten sie ein. Foto: djd/Bauherrenschutzbund/Marko Priske

22.11.2021

Wer als Bauherr ein Eigenheim errichten lässt, der kauft nicht ein Stück Haus und bezahlt es am Ende. Er muss im Rahmen des Bauvertrags auch einen Zahlungsplan akzeptieren. In diesem Plan ist festgelegt, wie hoch und zu welchen Zeitpunkten er während der Bauphase des Gebäudes Abschlagszahlungen an den Bauunternehmer zu leisten hat.

Standard-Zahlungspläne gibt es nicht, da sie vom Auftrag abhängen: Bei einem Fertighaus mit hohem Vorfertigungsgrad sind meist weniger und höhere Abschläge vorgesehen als bei Individualbauten mit vielen Einzelgewerken und Handwerkern.

ZAHLUNGEN MÜSSEN ZUSAMMENPASSEN

Wichtig ist, dass die Zahlungen nach aktuellem Baufortschritt erfolgen – und dass der Bauherr nicht in Vorleistung geht. Ein ausgewogener Zahlungsplan schützt ihn etwa im Falle einer Insolvenz. „Abschlagsforderungen dürfen immer nur dem Wertzuwachs des Bauwerks auf dem Grundstück entsprechen“, erklärt Erik Stange, Pressesprecher des Verbraucherschutzvereins Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB).

Bauherren sollten den Zahlungsplan daher vor Vertragsschluss von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen. Er kann auch den Fortschritt während der Bauphase im Auge behalten, damit Zahlungen und erbrachte Leistungen zusammenpassen. Als Richtwert nennt Stange, dass bis zur Fertigstellung des Rohbaus nicht mehr als 50 Prozent der gesamten Bausumme geleistet werden sollten. Unter www.bsb-ev.de gibt es weitere Infos zum Bauen und einen kostenlosen Ratgeber „Hausneubau“.

ANSPRUCH AUF FERTIGSTELLUNG

Als zusätzliche Sicherheit haben Bauherren einen gesetzlichen Anspruch auf eine Fertigstellungssicherheit. Sie beträgt fünf Prozent der Bausumme und dient als Absicherung für die Fertigstellung des Bauwerks ohne wesentliche Mängel. Der Bauherr kann sie von der ersten Abschlagszahlung einbehalten, alternativ übergibt der Vertragspartner eine Bankbürgschaft oder eine Fertigstellungsversicherung.

Diese Sicherungsfunktion greift auch, wenn die Gesamtvergütung durch nachträgliche Bauaufträge um zehn Prozent oder mehr ansteigt. In solch einem Fall kann der Auftraggeber beim nächsten Abschlag fünf Prozent der Mehrkosten einbehalten. djd  


Lohnt sich die Sanierung von Omas Haus?

Das Haus von Oma und Opa ist für die Enkel oft ein Sehnsuchtsort, der mit vielen schönen Erinnerungen verbunden ist. An die Besuche bei den Großeltern, wenn Oma die Lieblingsgerichte kochte. An den großen Garten, der für die Kinder zum Abenteuerspielplatz wurde, an die Nächte im Zimmer mit den altmodischen Betten und Möbeln.

Das alles ist lange her. Jetzt stehen viele Erben vor der Entscheidung: Soll ich mit meiner Familie in das Haus der Großeltern ziehen? Ist es möglich und sinnvoll, das Gebäude aus den 50er oder 60er Jahren auf einen modernen Stand zu bringen oder baut man auf dem Grundstück besser neu?

Grundsätzlich gilt: Die rosarote Brille bringt gar nichts. Auch wenn es schwerfällt, aber das Haus muss mit den Augen eines neutralen Fachmanns begutachtet werden. „Die meisten neuen Eigentümer sind sich unsicher in der Bewertung der baulichen Situation eines Gebäudes. Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, kann sich als großer Schaden entpuppen – und umgekehrt“, sagt Ulrich Zink, Vorstandsvorsitzender des Bundesarbeitskreises Altbauerneuerung in Berlin.

Das zu prüfen, kann sich aber lohnen. „Häuser aus dieser Zeit haben eine gewisse Grundsolidität. Damit dürfte die Aufrüstung auf einen attraktiven Gebäudezustand oft sinnvoll sein.“

Bei der Begutachtung sollten die Erben grundsätzlich beide Optionen im Blick haben – Sanierung und Neubau. Der Verband Privater Bauherren (VPB) rät, immer zuerst den Bebauungsplan einzusehen, denn das kann die Entscheidung beeinflussen. Während alte Gebäude Bestandsschutz haben, muss ein Neubau dem geltenden Bebauungsplan entsprechen. Da sind manche Vorstellungen vom Wohnen vielleicht nicht möglich.

ABRISS KANN HOHE KOSTEN VERURSACHEN

„Eine Sanierung kann zwar sehr aufwendig sein, ist aber nachhaltiger als ein Abriss. Das ist ein nicht zu unterschätzendes Argument, denn es spart Rohstoffe“, sagt Reimund Stewen. Und außerdem: „Der Abriss von Gebäuden ist jetzt schon teuer und wird in Zukunft immer kostspieliger werden.“

Denn Abfälle müssen aufwendig sortiert werden. „Dabei fallen hohe Entsorgungskosten an, vor allem wenn der Abfall als Sondermüll eingestuft werden muss.“

Daher sagt der Bauexperte: „Wer ein altes Haus auf einen modernen Stand bringen will, muss schon erheblich investieren. Das Haus wird dabei fast in den Rohbauzustand zurückversetzt.“

Aber mit viel Geld und gutem Willen lässt sich jedes Haus in ein modernes Gebäude verwandeln. Ob es dann allerdings auch ein architektonisches Schmuckstück wird, steht auf einem anderen Blatt. Technisch ist zwar vieles möglich und es lassen sich selbst tragende Wände versetzen, aber die Gesetze der Statik setzen Grenzen. Man kann nicht die gesamte Architektur und den Grundriss beliebig verändern. dpa